16. Projektdialog Microtunnelling – Innovation und Praxis

 
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Der Projektdialog Microtunneling in Ettlingen hat erneut seine Stellung als zentrale Plattform für den informellen und fachlichen Austausch rund um den Rohrvortrieb bestätigt.

Vieles war wie in den Jahren zuvor. Mit rund 150 Teilnehmern war der Tagungsort, die Buhlsche Mühle in Ettlingen, bis an die Kapazitätsgrenze ausgebucht. Viele von ihnen sind regelmäßig beim Projektdialog dabei, kennen sich über Jahre und schaffen eine vertraute und fruchtbare Atmosphäre für Begegnung, Kommunikation und Austausch. Den fachlichen Rahmen setzen als Veranstalter die Unternehmen VMT und Jackcontrol mit praxisnahen Themen und kompetenten Referenten.

 

Mehr Sicherheit und Effizienz

Einen ersten Hinweis bekamen die Teilnehmer bereits beim Betreten der Buhlschen Mühle: Gelbe Kabel und Boxen waren im Treppenhaus zu sehen. Diese Installation vermittelte einen praktischen Eindruck von Innovationen der gastgebenden Unternehmen. Dr. Stefan Trümpi von Jackcontrol und Jürgen Göckel von VMT nutzten den diesjährigen Projektdialog, um mit MT.connect 2 und TunnelHub Weiterentwicklungen für mehr Effizienz und Sicherheit im Rohrvortrieb vorzustellen. Mit MT.connect 2 wurde die Hardwareplattform MT.connect 1 mit Blick auf die Datenübertragung und die technische Ausrüstung im Tunnel optimiert. Im Ergebnis finden Datenübertragung, die Bereitstellung von WLAN auf gesamter Tunnellänge, Kommunikation und Plug-in-Video im Tunnel, Beleuchtung und Eigenstromversorgung über nur ein Kabel statt und die Zahl der notwendigen Datenboxen im Tunnel wird deutlich reduziert.

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TunnelHub ermöglicht auf dieser Hardwarebasis Funktionalitäten, die Sicherheit und Effizienz auf der Baustelle verbessern. Dazu gehören die lückenlose Kommunikation im Tunnel und aus dem Tunnel heraus, die Möglichkeit der Personenortung, ein Alarmsystem, eine helle Tunnelbeleuchtung einschließlich einer Notbeleuchtung und ein Gasmonitoring. Zusammen mit TUnIS Navigation von VMT und dem MSS-Software-Paket von Jackcontrol steht Vortriebsfirmen ein modular aufgebautes Gesamtpaket zur Verfügung, das flexibel den jeweiligen Projektanforderungen angepasst werden kann.

 

Werkzeug für die Energiewende

Nach der Fertigstellung des Emscherprojektes durchschritt die Konjunktur im Rohrvortrieb eine gewisse Talsohle. Die Energiewende sorgt jedoch für eine Belebung. Dies spiegelte sich auch im Vortragsprogramm des Projektdialoges wider. Zwar kommt auf den Stromtrassen bei grabenlosen Verlegungen überwiegend die Horizontalspülbohrtechnik zum Einsatz, aber dort, wo die Randbedingungen es erfordern, ist auch der Rohrvortrieb gefordert. Was Microtunneling in diesem Anwendungsfeld für Lösungen zu bieten hat und über die besonderen Herausforderungen, denen sich dieses Bauverfahren bei der grabenlosen Verlegung von Stromkabeln stellen muss, darüber berichteten aus der Perspektive der Planung am Beispiel des Großprojektes Südlink Miriam Stallmann und Alexander Wassner von der ILF Beratende Ingenieure AG. Von Schleswig-Holstein bis nach Bayern werden auf eine Trassenlänge von 700 Kilometern 2.420 Kilometer Erdkabel verlegt. Auf den beiden südlichen Bauabschnitten E1und E2 wurden insgesamt zehn Querungen als Mikrotunnel ausgeführt. Gequert wurden insbesondere Bahnstrecken, Autobahnen, Gewässer sowie Wälder und Biotope. Dabei war neben den spezifischen Anforderungen bei Querungen von Autobahnen und Bahnlinien insbesondere die Wärmeleitfähigkeit in der Planung zu berücksichtigen.

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Um die grabenlose Verlegung von Höchstspannungsleitungen ging es auch im Vortrag von Philipp Kohlschreiber und Stijn Philips von der Heitkamp Energy Infra GmbH. Im Jahr 2017 absolvierte mit E-Power Pipe ein neues von Herrenknecht speziell für die Verlegeanforderungen von Höchstspannungsleitungen entwickeltes grabenloses Bauverfahren seinen ersten Praxistest in Borken. Inzwischen hat E-Power Pipe bei weiteren Projekten seine Praxistauglichkeit und sein Leistungspotenzial unter Beweis gestellt. 2024 wurde die Heitkamp Energy Infra GmbH in Obernburg am Main als Tochtergesellschaft der Heitkamp Construction Swiss GmbH gegründet. Dieses Unternehmen konzentriert sich ausschließlich auf die Verlegung von Erdkabeln mit E-Power Pipe. Dies beinhaltet Langstreckenvortriebe bis zu 1.600 Meter Vortriebslänge in Lockergestein und Fels mit einem Durchmesser von 505 mm. Aktuell soll Heitkamp Energy Infra im Rahmen des Großprojektes Südlink als Nachunternehmen für unterschiedliche Hauptunternehmer mehr als 45 Kilometer Kabelschutzrohre mit E-Power Pipe verlegen. Zum Zeitpunkt des Projektdialoges liefen die baulichen Vorbereitungen für die ersten Maßnahmen.

 

Anspruchsvolle Projekte

Um Energie ging es auch im Vortrag von Ulrich Hermann von der F.Preisig AG und Sebastian Böheim von der ILF Beratende Ingenieure Zürich. Sie berichteten über das Projekt Heiligbergstollen bei Winterthur. Der dazugehörige Rohrvortrieb war anspruchsvoll. Wie die damit verbundenen Herausforderungen bewältigt wurden, das war Thema des Vortrages. Hierzu gehörte ein plötzliches Ansteigen der Pressenkräfte nach 860 Metern Vortrieb und Schäden an zwei Vortriebsrohren im Rohrstrang bei 520 Metern. Alle 25 Zentimeter wurden die beschädigten Rohre geschnitten, ausgebaut und der Ringspalt zusammengeschoben. So konnte das Problem gelöst und der Vortrieb erfolgreich fortgesetzt werden.

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Weitere interessante Einblicke in die Praxis gaben Frank Schönstädt von der Braumann Tiefbau GmbH und Ulf Uhlig von der ACI – Aquaprojekt Consult Ingenieurgesellschaft mit ihrem Vortrag über die technische Konzeption
und die bauliche Umsetzung des Industriesammler Nord, einer neuen, 10,2 Kilometer langen Schlagader des Dresdener Abwassernetzes. Ein wichtiges Werkzeug bei der Umsetzung dieses in vielerlei Hinsicht anspruchsvollen Projektes ist der Rohrvortrieb, je nach Randbedingungen sowohl mit offenem als auch mit geschlossenem Schild. Im abschließenden Vortrag wies Guido Klein-Hitpaß von der Epping Rohrvortrieb GmbH anhand eines 1800er Vortriebes in Zürich-Winzerhalde im Bereich einer Moräne mit großen eingelagerten Findlingen auf die Möglichkeiten der Beseitigung von Hindernissen eines offenen Druckluftschildes in schwierigen Geologien hin. Er unterstrich, dass dieses Vortriebsverfahren bei entsprechenden Randbedingungen nach wie vor viele Vorteile und seinen Stellenwert in der Praxis des Rohrvortriebes habe. Beim anschließenden gemeinsamen Abendessen im nahegelegenen Restaurant wurde der fachliche und persönliche Austausch teils bis in die frühen Morgenstunden fortgesetzt und beim Auseinandergehen hieß es oftmals: “Bis spätestens nächstes Jahr.“ Der Termin dafür steht bereits fest: Der 17. Projektdialog Microtunneling findet am 17. September 2026 in Ettlingen statt.

Quelle: B_I umweltbau

 

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